Juno
Einer der ersten je entdeckten Asteroiden (1804) – ein steiniger Körper vom S-Typ mit hohem Rückstrahlvermögen.
Juno im 3D-Explorer öffnen →- AsteroidTyp
- 117 kmRadius
- 2.67 AUEntfernung
- 4.4 JJahr
Juno – korrekt 3 Juno – ist eines der Gründungsmitglieder des Asteroidengürtels: der dritte je entdeckte Kleinplanet und, für ein halbes Jahrhundert, als vollwertiger Planet des Sonnensystems gezählt. Sie wurde am 1. September 1804 vom deutschen Astronomen Karl Ludwig Harding entdeckt, einem der Mitglieder der „Himmelspolizei“, die nach einer fehlenden Welt zwischen Mars und Jupiter suchten. Was sie stattdessen immer wieder fanden, war ein Schwarm kleiner Körper – und Juno war der dritte davon, nach Ceres und Pallas.
Heute gilt Juno als großer steiniger Asteroid von rund 250 km Durchmesser, der im Hauptgürtel etwa 2.7-mal weiter von der Sonne entfernt umläuft als die Erde. Sie ist kein Planet mehr, hat sich aber einen dauerhaften Platz in der Geschichte gesichert, als eines der Objekte, die enthüllten, was der Asteroidengürtel wirklich ist.
Ein Planet, dann ein Asteroid
Jahrzehntelang nach ihrer Entdeckung wurden Juno, Ceres, Pallas und Vesta in Lehrbüchern als Planeten aufgeführt, jeder mit seinem eigenen Planetensymbol. Als sich Teleskope verbesserten und im Laufe der 1840er- und 1850er-Jahre Dutzende weiterer solcher Körper in derselben Region auftauchten, erkannten Astronomen, dass dies Mitglieder einer ganzen Population waren statt Planeten, und prägten den Begriff „Asteroid“. Juno wurde zusammen mit den übrigen in den 1850er-Jahren neu klassifiziert – eine Herabstufung, die Plutos eigene um 150 Jahre vorwegnahm.
Eine steinige, unregelmäßige Welt
Juno ist ein S-Typ- (steiniger) Asteroid, größtenteils aus Silikatgestein und Nickel-Eisen aufgebaut, mit einer relativ hellen, reflektierenden Oberfläche. Sie ist deutlich unregelmäßig geformt – sehr grob 320 mal 270 mal 200 km – und dreht sich einmal alle 7.2 Stunden. Obwohl sie einer der größeren S-Typ-Asteroiden ist, trägt sie nur rund ein Prozent der Masse des Asteroidengürtels; Ceres allein überragt sie bei Weitem. Bodengestützte Studien haben sogar Hinweise auf einen großen Einschlagkrater auf einer Seite geliefert.
Verfolgung vom Boden aus
Da ihre Umlaufbahn recht exzentrisch ist, variiert Junos Helligkeit erheblich; nahe einer günstigen Opposition kann sie etwa Größenklasse 7.5 erreichen, in Reichweite eines Fernglases, was sie zu einem der leichter aufzuspürenden Asteroiden macht. Astronomen erforschen sie auch über Sternbedeckungen – indem sie den Moment zeitlich erfassen, in dem Juno kurzzeitig einen Hintergrundstern blockiert –, um ihre Größe und Form zu messen, ohne je die Erde zu verlassen.
Wie man sie beobachtet
Juno wird nie zu einem Objekt für das bloße Auge, doch bei ihren besten Oppositionen (etwa alle 16 Monate) zeigt sie ein gutes Fernglas oder ein kleines Teleskop als langsam wandernden „Stern“ vor dem festen Hintergrund. Man braucht eine Sternkarte oder Ephemeride, um sie auszumachen, da sie wie jeder andere schwache Lichtpunkt aussieht, bis man sie von Nacht zu Nacht driften sieht.
In Zahlen
| Typ | Asteroid |
|---|---|
| Umkreist | Sonne |
| Mittlerer Radius | 117 km |
| Mittlere Bahnentfernung | 2.67 AU |
| Umlaufzeit | 4.4 J |